Purkersdorf, 3. Juli 2026: Nach dem erfolgreichen Stopp bevorstehender Abrisspläne des historischen Bahnhofgebäudes berichtet die Bürgerinitiative TRAINsition über konstruktive Gespräche mit den ÖBB über eine mögliche Zwischennutzung. Diese soll das Gebäude vorläufig in einen lebendigen Knotenpunkt für Kultur, Bildung, Innovation und generationsübergreifendes Miteinander verwandeln, während parallel eine Bürger:innenbeteiligung über die Zukunft des Areals stattfindet. Bei einem positiven Abschluss der Verhandlungen könnte das Projekt bereits im Herbst 2026 starten und voraussichtlich bis Ende 2028 laufen. TRAINsition gründet nun einen Verein, startet eine Ideen-Umfrage und sucht ab sofort Mitstreiter:innen, Initiativen und Organisationen, die das Projekt aktiv mitgestalten oder unterstützen möchten.
Hintergrund: TRAINsition — für mehr Vision und Mitgestaltung in Unterpurkersdorf
Die Bürgerinitiative TRAINsition hat sich im Sommer 2025 gegründet, nachdem bekannt wurde, dass die ÖBB den Abriss des lang umkämpften historischen Bahnhofsgebäudes in Unterpurkersdorf planten. Ziel war es, die Entscheidung über die Teilnahme an einem Planungsprozess zum Bau einer Park-and-Ride Anlage in der Gemeinderatssitzung im November 2025 zu beeinflussen. Die damaligen Pläne sahen den Abriss des ehemaligen Bahnhofsgebäudes bereits für Anfang 2026 vor.
TRAINsition forderte stattdessen einen Stopp der Abrisspläne und eine aktive Mitsprache der Bürger:innen bei der Zukunft des Areals. Sie strebten eine sogenannte Zwischennutzung des Gebäudes an. Dies sollte den Verfall des historischen Baus verhindern und Raum für gemeinwohlorientierte Initiativen sowie die Erprobung alternativer Nutzungskonzepte schaffen.
Erster Erfolg in der Gemeinderatssitzung im November 2025
Von September bis November 2025 hat die Initiative Dutzende Unterstützungsschreiben von Wissenschaftler:innen, Expert:innen und lokalen Politiker:innen erhalten und gemeinsam mit dem aktivistischen Kunstkollektiv „Die Bahnhofsfrau:en“ über 1.300 Unterschriften für die Petition „BAHNHOF BLEIBT: Abriss absetzen – Bürger:innen einbinden!“ gesammelt.
Dank eines Zusatzantrags von Gemeinderätin Sabina Aicher (Pro Purkersdorf) hat Vizebürgermeister Viktor Weinzinger (SPÖ) seinen Antrag über die Teilnahme am Planungsprozess dahingehend abgeändert, dass diese nur unter der Bedingung erfolgen soll, dass, die ÖBB mit der Initiative TRAINsition Kontakt über die Bedingungen einer Weiternutzung des Bahnhofsgebäudes aufnimmt.“ Weiterhin soll „ein eventueller Abriss im Planungsprozess besprochen werden und erst nach Einigung über den Planungsbereich – falls nötig – realisiert werden.“
Der Antrag wurde fast einstimmig angenommen. Damit wurde der Abriss vorerst gestoppt, und TRAINsition konnte Anfang 2026 Verhandlungen mit den ÖBB beginnen.
Mögliche Zwischennutzung ab Herbst 2026
In den vergangenen Monaten hat ein Kernteam von TRAINsition konstruktive Gespräche mit Vertreter:innen der ÖBB über ein nicht-kommerzielles, gemeinwohlorientiertes Zwischennutzungsprojekt im historischen Bahnhofsgebäude geführt. Man einigte sich bereits über die Eckpunkte einer Vereinbarung. Bei einem positiven Abschluss der Verhandlungen könnte das Projekt bereits im Herbst 2026 starten und voraussichtlich bis Ende 2028 laufen. Die Laufzeit der Zwischennutzung soll vorerst bis Ende 2028 dauern.
Positive Stimme auch für Bürgerbeteiligung
Nach Übergabe der Petition äußerten sich die Vertreter:innen der ÖBB in einem offiziellen Schreiben positiv zu einer Bürger:innenbeteiligung:„Die ÖBB begrüßt im Zuge der Entwicklung des Areals auch eine Bürger:innenbeteiligung, sofern Ziel, Umfang und Rahmen klar definiert sind und in den jeweiligen Entwicklungsprozess passen.“
Der scheidende Bürgermeister Stefan Steinbichler hat sich für einen Bürger:innenrat bereits ausgesprochen. TRAINsition hofft nun das Thema mit seine:r Nachfolger:in bzw. mit den Zuständigen im Gemeinderat positiv weiterzuverfolgen.1
Die Bahnhofsfrau:en bleiben auch dran: „Wir sind der Meinung, dass dieses Gebäude unbedingt bestehen bleiben soll und für alle Purkersdorfer:nnen zur Verfügung gestellt wird, zum Beispiel für Kultur und wir Bahnhofsfrau:en werden uns weiterhin für eine Bürgerbeteiligung einsetzen, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu Wort kommen zu lassen.“ – Ella Necker von den Bahnhofsfrau:en.
TRAINsition will von Dir hören!
TRAINsition gründet nun einen Verein, der die Zwischennutzung konzipieren und umsetzen soll und sucht motivierte Menschen, Projekte und Organisationen, die sich beteiligen möchten—sei das als Teil des Kernteams oder als potenzielle Mieter:in, Nutzer:in oder Projektpartner. Neben Start-ups, Freelancer:innen, Künstler:innen oder Handwerker:innen werden auch Kooperationen mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, NGOs und Kulturinstitutionen gesucht.
Auch Wünsche und Anregung aus der Nachbarschaft sind ganz herzlich willkommen. Erste Ideen für die Nutzung umfassen einen Community-Hub, Event-Space, eine offene Werkstatt, einen Leihladen, einen Kostnixladen sowie Proberäume, Atelierflächen, Seminarräume, Co-Working-Spaces, Bildungsworkshops und künstlerische Residenzen.
„Mit diesem Projekt haben wir die Chance einen lebendigen Knotenpunkt für Kultur, Bildung, Innovation und generationsübergreifendes Miteinander zu schaffen und neue Wege des Wirtschaftens und Zusammenlebens zu erproben und visualisieren. Mach mit uns mit!“ – TRAINsition-Sprecherin Katy Shields.
Wer Ideen hat oder sich beim Projekt einbringen will, kann ab sofort eine Online-Umfrage ausfüllen. Weiters ist einen Info-Call für 14. Juli geplant. Alle Infos auf transition.at
HINWEIS: Die Umfrage und Info-Call handeln sich um die Zwischennutzung des Gebäudes. Für die langfristige Nutzung setzt sich TRAINsition voll und ganz für einen transparenten Bürgerbeteiligungsprozess für das gesamte Entwicklungsareal inklusive der Sicherung der Öffi-Anbindung ein.